Meine Freundin im Stress

Meine Freundin ist nun bald mit dem Studium fertig, aber die Abschlussarbeit muss noch geschrieben werden. Oh, ist das Stress. Zum Glück bin ich Stress gewohnt. Aber irgendwie ist das bei meiner Freundin ein anderer Stress.


Wenn ich Stress haben, bedeutet das, kurz scharf nachdenken, um eine schnelle Organisation der Dinge zu finden, die ich tun muss. Und dann gilt es nur noch, zu rennen. Beim Rennen kann man gern den Kopf ausschalten, ist sogar besser, sofern man zuvor bei der Organisation sich einen genauen Plan gemacht hat.


Bei meiner Freundin ist das ganz anders. Sie ist pausenlos im Druck konzentriert nachzudenken. Der Kopf läuft auf Hochtouren. Den Kopf mal abschalten geht gar nicht. Das stelle ich mir wirklich anstrengend vor. Mir währen dabei schon ein paar Äderchen im Gehirn geplatzt, das Blut wäre mir in die Augen gelaufen, hätte dann nichts mehr gesehen und hätte dann das Auto beim Überqueren der Straße nicht gesehen. Bei meiner Freundin ist es ganz ähnlich, bei ihre treten die Adern im Auge schon ziemlich rot heraus. Sie ist nicht mehr ansprechbar, reagiert relativ gereizt, wenn ich sie beim schreiben störe.


Aber alles wird ein Ende haben, auch dieser Terror. Spätestens nächsten Sommer wird sie ihren Abschluss in der Tasche haben, und alles ist vergessen. Bis dahin unterstütze ich sie so weit wie es möglich ist. Gern würde ich auch einen Teil der Arbeit übernehmen. Aber leider verstehe ich davon kein Wort. Schon bei den Texten bekomme ich Probleme. Warum Autoren eine Sprache verwenden müssen, die keiner versteht, und wenn doch, dann nur mit Mühe? Sie schreiben wahrscheinlich nur für Leute, die sowieso schon das verstehen, was die Texte behandeln.

27.12.10 14:27

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